Flughafen. (25/42)

5. August 2017

Am schlimmsten sind diejenigen Träume, die ich nicht unbedingt als Albtraum bezeichnen würde. Träume, deren inhaltliches Geschehen dem Grunde nach nicht zu einem Albtraum passen; also in denen nichts „Schlechtes“ geschieht, die aber dennoch so stark stresserfüllt sind, dass man sie einfach nur durchleidet, bis man total gerädert aus ihnen erwacht – endlich!

Heute Nacht musste ich zu einer fixen Zeit (19:22 Uhr) an einem Flughafen sein, um einchecken zu können. Wohin genau die Reise gehen sollte weiß ich nicht mehr. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich zuvor mit Kollegen aus Wien telefoniert habe und wir uns in Norwegen (?) treffen wollten.

Nun sind aber Träume so ein Gebilde aus Abertausenden einzelnen Fragmenten; in diesem Traum zumindest blieb ich überall hängen, weil plötzlich etwas anderes relevant war, weil ich von irgendwem angesprochen wurde oder irgendetwas zu erledigen hatte. Ich musste eine Ewigkeit mit jemandem telefonieren, der etwas von mir brauchte. (War es Zuspruch? Ich weiß es nicht mehr.) Dabei saß mir die Zeit im Nacken, es war schon fast Abend. Ich packte nebenbei meinen Koffer, leider war noch all die Wäsche, die ich mitnehmen wollte, auf dem Dachboden zum Trocknen; die Wäsche war noch ganz klamm, weil es die letzten Tage ununterbrochen geregnet hatte, also musste ich einige Sache fönen. Dann ging ich aus dem Haus, es regnete wie aus Strömen und der Himmel glich schwarzem Marmor. Das bestellte Taxi kam einfach nicht, ich fragte meinen Freund, ob er mich zum Flughafen fahren konnte. Leider hatte seine Mutter das Auto mitgenommen, also konnte er nicht. Das Taxi kam dann doch noch an. Der Fahrer allerdings musste die ganze Zeit mit mir quatschen, er fuhr so langsam er konnte und an den Ampeln kurbelte er sein Fenster herunter, um entweder mit anderen Taxi-Fahrern zu schwatzen oder irgendwelche Frauen zu belästigen. Die Fahrt in diesem Taxi war die Hölle für mich. Die Zeit wurde immer knapper. Plötzlich waren wir weit aus der Stadt heraus gefahren, doch konnten wir nicht über eine Brücke fahren. Diese war wegen Regen nur für Fußgänger zugänglich, also musste ich wohl oder übel mit meinem Rollkoffer durch den Regen über die Brücke. (Habe ich das Taxi bezahlt? Ich hoffe nicht!) Auf der anderen Seite angekommen wollte ich ein weiteres Taxi rufen, doch gab es dort kein Netz. Die Menschen, die ich ansprach, konnten mir auch nicht weiterhelfen. Ich war so verzweifelt, dass ich mich auf den nassen Asphalt legte; vollkommen durchnässt war ich sowieso schon. Ob sie mich in diesem Zustand überhaupt in das Flugzeug lassen würden? Es war sowieso schon 19:11 Uhr, wie sollte ich es jemals pünktlich schaffen? Zu meinem Glück fuhr dann ein leeres Taxi an mir vorbei, dem ich noch erfolgreich zuwinken konnte. Dieser Taxi-Fahrer wusste ganz genau, was ich wollte, und gab Vollgas. Nun hatte ich nicht nur Angst, den Flug zu verpassen, ich hatte zusätzlich noch eine Art Todesangst, weil ich von der Geschwindigkeit so stark in den Sitz gedrückt wurde, dass ich beinahe vollkommen darin verschwand. Und wie sollte es anders sein, wurden wir von einer Polizei-Streife angehalten wegen zu schnellen Fahrens. Jetzt war ich am Ende meiner Geduld, ich konnte meiner Verzweiflung nicht mehr standhalten.

Ich hatte die ganze Zeit unendlichen Stress in diesem Traum. Scheinbar so arg, dass ich aus Verzweiflung aufgewacht bin: Mein Körper hat die Notbremse gezogen und mich mit einem Krampf in der Schulter aus dem Schlaf gerissen. Vielen Dank und Aua!

Warum all das? Dabei hätte ich so schön ausschlafen können.

(Ich glaube, ich weiß warum: Ich warte seit Wochen auf einen Brief, doch er kommt einfach nicht. „Der Vorgang ist in Bearbeitung.“ Seit zwei Monaten schon!)

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