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Vom Fliegen. (22/42)

5. Oktober 2015

Vorgestern habe ich zum ersten Mal vom Fliegen geträumt; zumindest ist es das erste Mal, dass ich mich daran erinnern kann.

Ich war mit drei mir vertrauten Personen unterwegs in dem Dorf, wo ich ausgewachsen bin. (Ähm, ja: Satzbau „in dem, wo“ lässt auf Schwaben schließen.) Wir schlenderten vorbei am Dorfbrunnen, aus dem kühles Trinkwasser plätscherte, weiter über die leere Straße zu einem abgeranzten Bushaltestellenhäuschen, hinter dem sich eine Bäckerei befand. Es war dunkel draußen, sicherlich Nacht, und leicht neblig; ein ganz feiner Sprühnebel, dessen winzig kleine Tröpfchen wie Brillanten im Licht der Straßenlaternen aufleuchteten. Dennoch konnte man die Sterne und den Mond mehr oder minder klar erkennen. Ein sanfter Wind wirbelte Laub hin und her, es war offensichtlich Herbst.

Im Gespräch zwischen den Personen und mir ging es um die beachtliche Leuchtkraft des Mondes, und da sagte ich: „Siehst du der Mond hat sich ein Fernglas gebaut, mit dem er nachts in unser Schlafzimmer schaut! Wer hätte das gedacht, dass der Mond so etwas macht?

Manchen werden die Worte bekannt vorkommen, denn die Zeilen sind aus dem Song „Die Nacht“ von Wir sind Helden. Das ist insofern witzig, denn vor dem Schlafen gehen hatte ich Stephan den Song vorgespielt, weil der Mond tatsächlich so am Himmel stand, dass man im Liegen denken konnte, er schaue bei uns ins Schlafzimmer hinein.

Nun, im Traum folgte ein weiterer Satz aus dem Song, und zwar: „Und wusstest du, dass das Sternenlicht kurz bevor es in den Himmel aufbricht auf deiner Nase sitzt und lacht, dann erst springt es in die Nacht!“ Sodann flog ich empor, ganz sanft und gleichmäßig, hoch zu den Sternen, als ob ich das schon immer gekonnt, es nur vergessen hätte.

Das Dorf wurde immer kleiner, dann das Land, der Kontinent, und plötzlich saß ich auf dem Mond und hatte ein Fernglas, mit dem ich zur Erde schauen konnte.

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