Archive for Juli, 2010

Wie gerne.

31. Juli 2010

Wie gerne würde ich nochmals neben meinem Großvater liegen und seinem Atem lauschen. Wie gerne würde ich nochmals versuchen, mein Atmen an seine Lungen anzugleichen und wie gerne würde ich dabei scheitern. Wie gerne würde ich daliegen und genießen, dass er mit seinen weisen Händen durch mein lockiges Haar fährt, langsam und zärtlich. Wie gerne würde ich ein letztes Mal seinen letzten Atemzug spüren, seinen letzten Herzschlag. Wie gerne würde ich ihm ein letztes Mal in die Augen blicken. Wie gerne würde ich mit ihm sterben, in seinem letzten Augenblick, während seinem letzten Zucken.

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Schwerfälliger Regen.

26. Juli 2010

Der schwerfällige Regen schlug kleine Krater in das unruhige Wasser, ließ mit jedem Tropfen ein Stück vom pechschwarzen Himmel am Boden zerschellen. Verloren in einer traurigen Faszination, welche den zahlreichen Regentröpfchen galt, die schwerelos und millionenfach gleichzeitig an der Oberfläche des Wassers abprallten, folgte ich dem Gedanken, was ich in diesem Blog schreiben und veröffentlichen möchte.

Monatelang habe ich nach einer Maske gesucht, hinter der ich meine Wahrheiten und Geschichten aussprechen kann, ohne mich zu fürchten. Die Anonymität gibt mir das Wissen in die Hand, keine Konsequenzen für das Aussprechen von Wahrheiten und Geschichten tragen zu müssen. Dieses Angebot nehme ich dankend an, denn ich möchte von mir erzählen, möchte diesen schwarzen Klumpen loswerden, der da auf meinem Herzen sitzt und mich wie ein Krebsgeschwür von innen heraus zerfrisst.

Dieses Weblog soll meine Krebstherapie werden.

Krusten.

24. Juli 2010

Es ist an der Zeit, die Krusten meiner vernarbten Seele abzuschaben.