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Der freie Fall.

29. Juni 2011

Seit Wochen schon träume ich, dass ich falle. Irgendwo hinein, irgendwo herab. Mal ist es ein dunkler Brunnen ohne Grund, mal eine Brücke über dem Meer. Manchmal stürze ich aus den Wolken, sehe Nebel unter mir und die Lichter einer Stadt; manchmal falle ich einfach nur vom Bahnsteig auf das Gleis. Doch zu Boden komme ich nie. Ich erreiche nie den Grund des Brunnens, schlage nie auf dem dunklen Meer oder den rostigen Schienen auf. Lande nie auf der Baumkrone einer alten Eiche. Ich schwebe einfach nur in der Luft, als wäre ich dort gefangen.

Ich kann mir diese Träume kaum merken, und am wenigsten kann ich sie mir erklären. Ich weiß nur, dass ich sie ab dem Nullpunkt nicht mehr hatte, und dass sie erst dann wieder zu mir fanden, als ich im Hause meiner Eltern schlief.

Ich würde gerne wieder etwas träumen, das mir keinen bitteren Nachgeschmack und eine Hand voll Grübelstoff hinterlässt. Etwas Schönes, das mich lächeln lässt, das mir Mut macht, mich stärkt.

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