Archive for the 'Zitate' Category

„Wenn ich…“ von Erich Fried.

29. April 2011

Wenn ich jetzt stark bin
will ich dich
vor der Kälte zudecken
mit mir

und wenn ich jetzt schwach bin
will ich mich
verstecken
bei dir und in dir

wenn ich jetzt klug bin
will ich dein Schutz
gegen jede Gefahr sein

und wenn ich jetzt dumm bin
will ich
dein Nichtsnutz
und dein Narr sein

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Pessoa [2].

16. März 2010

Werde mich jetzt Pessoas Buch widmen, genauer gesagt werde ich Fragment 41 auf den Seiten 49/50 lesen. (@silenttiffy)

Wenigstens gibt mir dieses Buch das Gefühl von Verständnis.

„Doch ich weiß weder, was ich empfinde, noch, was ich empfinden will, ich weiß weder, was ich denke, noch, was ich bin.“

„Ich stelle fest, daß ich mich, sooft ich auch heiter und zufrieden bin, doch immer traurig fühle.“

Fragment 41 beschreibt HAARGENAU den Weg, auf dem ich vorhin ging, und die Gedanken, die ich dabei hatte.

Er vernichtet mich, reibt meine Knochen zu Staub und streut sie über dem unendlichen Meer der Sehnsucht, immer und immer wieder. Sein Name ist Pessoa, zu dessen Seele ich mich hingezogen fühle, so stark und intensiv, wie zu niemanden je zuvor.

Und plötzlich fallen mir tausend Bilder ein; in meinem Kopf findet ein Feuerwerk der Phantasie statt. Traurigkeit ist eben meine Bestimmung.

Seite 24 // Fragment 10.

10. März 2010

„Und so bin ich — ein belangloser, sensibler Mensch — fähig zu heftigen, verzehrenden Impulsen, bösen wie guten, edlen wie niedrigen, nie aber zu einem dauerhaften Gefühl, nie zu einer Emotion, die fortwirkte und in die Substanz der Seele einginge. Alles in mir neigt dazu, weiterzugehen und etwas anderes zu werden; es ist eine Ungeduld der Seele mit sich selbst wie mit einem lästigen Kind; eine wachsende, immer gleiche Unruhe. Alles fesselt mich und nichts hält mich. Ich achte auf alles und träume beständig; ich bemerke jedes noch so winzige Mienenspiel meines Gesprächspartners, nehme die kleinste Veränderung in seiner Stimme wahr, und während ich ihn höre, höre ich ihm nicht zu, sondern denke an etwas anderes, am allerwenigstens aber erinnere ich mich an das, was gesagt wurde, von mir und von ihm. So sage ich jemanden stets aufs neue, was ich ihm bereits mehrfach gesagt habe, oder stelle ihm eine Frage, die er mir bereits beantwortete hat; und doch kann ich mit vier photographischen Worten die Gesichtsmuskeln beschreiben, mit denen er mir sagte, woran ich mich nicht mehr erinnere, oder den Augenausdruck, mit dem er aufnahm, was ich mich nicht erinnern kann, ihm gesagt zu haben. Ich bin zwei, und beide halten Abstand — siamesische Zwillinge, die nicht miteinander verwachsen sind.“

Fernando Pessoa.

Auf der Suche.

8. Januar 2010

„Wir alle suchen nach jemanden – nach diesem besonderen Menschen, der uns das gibt, was wir im Leben vermissen. Nach jemanden der uns Gesellschaft leistet, oder Hilfe verspricht, oder Sicherheit bietet und manchmal, wenn wir wirklich lange genug suchen, finden wir jemanden, der uns alles auf einmal gibt. Ja, wir alle suchen nach jemanden. Und wenn wir diesen jemand nicht finden, dann können wir nur beten, dass er uns findet.“

Mary Alice Young.