Archive for September, 2015

Glubschi. (21/42)

28. September 2015

Freitagmorgen meldete ich mich krank und verbrachte den Tag bis zum Mittag im Bett, suchte dann meinen Hausarzt auf und fuhr zu einem Fotoladen. Dort ließ ich mir das Anschreiben und den Lebenslauf meiner Bewerbung als Foto entwickeln; die Exemplare aus dem Laserdrucker entsprachen nicht ganz meinen Vorstellungen. Zufrieden packte ich die Dokumente in meine Mappe und fuhr weiter zur Arbeit, um meine Krankmeldung abzugeben und die Anlagen für die Bewerbung zu kopieren. Leider dauerte dieser Vorgang eine Ewigkeit, der scheiß Kopierer musste alle fünf Minuten neu gestartet werden, weshalb ich die Bewerbung nicht mehr persönlich dem Adressaten überreichen konnte. Also packte ich die Mappe in einen Umschlag und brachte sie zur Hauspost, denn nächste Woche bin ich nicht da.

Auf dem Weg nach Hause hatte ich plötzlich im linken Auge Schmerzen beim Blinzeln, mir muss wohl etwas hinein geflogen sein. Zuhause spülte ich mit Kochsalz das betroffene Auge und nahm die Kontaktlinse heraus und spülte auch diese. Im Spiegel konnte ich keinen Fremdkörper erkennen, aber das stechende Gefühl ließ nicht nach. Es war mittlerweile schon 19 Uhr und in einer halben Stunde sollte Chorprobe sein. Ich konnte unmöglich mit Schmerzen singen, also entschied ich mich, noch einmal zur Arbeit zu fahren und nachschauen zu lassen. Ich ging direkt auf die Augenstation und gab mich als Mitarbeiter zu erkennen, keine fünf Minuten später wurde ich behandelt. Die Ärztin konnte keinen Fremdkörper finden, meinte aber, es sei ein winziger Riss oder Schnitt auf der Hornhaut zu sehen. Ich solle vorsichtshalber für eine Woche das Auge mit einem Antibiotikum behandeln und ansonsten mit Kochsalz spülen und feucht halten. Ich besorgte die Tropfen, nahm eine Ibuprofen ein und machte mich auf den Weg zum Chor, nun fühlte sich das Blinzeln leider an, als hätte ich Sand im Auge; zumal das Antibiotikum brannte. Im Grunde heulte ich die ganze Probe über, die Tränen waren nicht zurück zu halten. Mit dem rechten Auge sah ich scharf, dort war ja noch die Linse drin. Links jedoch sah ich nur noch Bokeh. Später beim Bierchen war ich nur noch am Kühlen, mittlerweile waren Auge und Lid angeschwollen. Als ich zu Hause noch einmal meine Augen tropfen wollte, sah ich im Spiegel, dass ich ein fettes Glubschauge entwickelt hatte.

Samstagmorgen war es besonders glubschig, wurde gegen Abend aber besser. Den Tag über konnte ich kein Licht ertragen und wandelte deshalb in einer dunklen Wohnung umher.

Heute, also Sonntag, ist das Auge noch ein wenig gerötet, aber ansonsten wieder in Ordnung. Ich kann auch wieder beide Kontaktlinsen tragen; nur noch das Lid ist geschwollen, und ich hoffe inständig, dass das bis morgen auch weg ist, denn Montag bis Freitag unterrichte ich an diversen Schulen zum Thema „Rechte und Pflichten in der Ausbildung“.

Falls ich Pech habe, werde ich als Glubschauge bekannt oder als lebendiges Beispiel für die Redewendung: „Passt ja wie die Faust aufs Auge!“

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Höllentrip! (20/42)

27. September 2015

Ich war heute kellnern.

Durch Marcus, der mich damals in Kassel aufnahm und bei sich wohnen ließ, der heute mein bester Freund ist und mir in allen Lebenslagen zu helfen weiß – durch Marcus jedenfalls bin ich zu Günter gekommen, der nicht weit von Kassel eine Gaststätte hat. Etwa alle zwei Monate hat er eine kleine Feier oder ein Treffen von irgendeinem Verein bei sich und ruft mich an, ob ich für ein paar Stündchen vorbei kommen könnte. Die Termine kennt er lange im Voraus und so kann ich es eigentlich immer einrichten, ihm auszuhelfen. Gibt auch jedes Mal etwas Leckeres zu essen, sodass ich nie hungrig, sondern immer wohl genährt nach Hause gehe. Auch das Geld stimmt, ganz oft ist es sogar vielmehr als branchenüblich. Freundlich ist er auch noch! Ich kellnere sehr gerne bei ihm. (Bis auf einen Termin im Jahr, wo ein bestimmter Verein eine Versammlung abhält; diese Leute sind scheinbar von Natur aus fürchterlich und betrunken noch viel schlimmer.)

Ich sollte heute um 18 Uhr da sein, mit Bus und Bahn war aber nur 16:20 Uhr oder 18:20 Uhr möglich. Ich konnte ihm nicht Bescheid sagen, da ich ihn nachmittags nicht erreichte, also entschied ich mich dafür, die frühere Verbindung zu nehmen. Zwar war es noch nie ein Problem, wenn ich später dort ankam, aber es hätte heute ja vielleicht eines sein können. „Wenn nicht“, dachte ich mir, „arbeite ich bisschen an meinem Computer“, den ich deswegen mitnahm.

Nun verpasste ich aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Umständen die Bahn und dadurch auch den Bus. Weil ich zu faul war, noch einmal nach Hause zu laufen, fuhr ich mit der nächsten Bahn in die Stadt und setzte mich in ein Café. Zwischenzeitlich konnte ich Günter erreichen, es war kein Problem mit dem später Kommen.

Im Café bestellte ich mir einen „Doppelten Espresso Macchiato“, das hörte sich interessant an, zumal ich ein bisschen müde war. Vermutlich aufgrund eines Missverständnisses machte mir die Bedienung das bestellte Produkt in doppelt so groß, was ihr erst am Tisch auffiel. „Macht doch nichts“, dachte ich und sie ließ mir die doppelte Portion zum Preis von einer da.

Zehn Minuten vor Abfahrt des Busses zahlte ich und verließ das Café. Gleich zu Anfang der halbstündigen Fahrt wurde ich ganz hibbelig, geradezu hyperaktiv. Ich bekam eine übertriebe Körperspannung, war im Kopf ganz aufgeregt und konnte nicht mehr still sitzen, musste meine Zehen im Schuh bewegen, mit den Beinen wippen und mit meinen Fingern zur Musik trommeln. Mein Körper fing an seltsam zu zucken, als hätte ich einen Tick; nee gleich mehrere Ticks auf einmal. Ich wollte einfach nur noch ankommen und aus dem Bus steigen, mich BEWEGEN, Hauptsache nicht mehr sitzen müssen! Und genau bei dem Gedanken wurde mir bewusst, woher die wilde Unruhe kam: Ich hatte einen üblen Koffeinschock!

Noch nie war mir so etwas passiert! Das Kaffeezeugs schmeckte stark, aber ganz normal stark und nicht so, als könnte man nach der Einnahme Bäume ausreißen! Ich hatte noch nicht mal das Gefühl bisher, dass Kaffee mich wirklich wach macht.

Beim Günter dann trank ich gleich einen halben Liter Wasser, um das Koffein im Blute zu verdünnen. (Haha, so ein Quatsch!) Es dauerte etwa eine Stunde, bis ich wieder einen halbwegs normalen Muskeltonus und keinen mittleren epileptischen Anfall hatte; zumindest stelle ich mir das so vor. In der Zeit konnte ich nur eine Sache auf einmal tragen, mit beiden Händen am Glas oder Teller; viel zu groß die Angst, etwas ruckzuck fallen zu lassen.

Zusammenfassend kann ich sagen: Nie wieder!

Sterbebegleitung. (19/42)

23. September 2015

Letztes Jahr habe ich eine Weiterbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter gemacht. Dazu kam es so: In der Ausbildung hatten wir das Thema „Tod und Sterben“. Das fand ich super, endlich etwas Spannendes, nur hatte ich ein Problem mit der Themenwoche, wie überall im Leben, es ist ein Fluch: Die eine Woche war mir viel zu kurz. Ich habe sehr oft das Gefühl, egal worum es sich handelt, dass die vermittelten Inhalte zu oberflächlich und ungenau sind. Am liebsten würde ich ein kleines Studium beginnen und mich tiefergehend mit der Thematik beschäftigen. Vorgesehen war aber nur eine Woche, es ist eine Ausbildung und kein Studium, da hatte ich wohl Pech gehabt. Bis mich kurz darauf ein Freund ansprach, ob ich denn schon von der ehrenamtlichen Arbeit in diesem Bereich gehört hätte, da würde man sich lange mit der Thematik beschäftigen und mit sterbenden Menschen Zeit verbringen, ihnen zuhören und einfach da sein. Es brauchte nicht lange und ich entschied dazu, mich ein Dreivierteljahr ausbilden zu lassen. Die sehr detailreiche und einfühlsame Gestaltung der Inhalte fand ich ganz wunderbar und jetzt bin ich eben ehrenamtlicher Sterbebegleiter.

Nun. Natürlich ist die Frage, weshalb ich mich trotz oder neben meiner Arbeit als Krankenpfleger – die ganz oft nicht einfach ist, körperlich wie menschlich, und wo es auch Situationen gibt, zweimal im Jahr oder so, in denen man Gespräche führen muss, die den Tod als Thema haben –, in der Sterbebegleitung engagiere. Vor ein paar Tagen ist mir diese Frage in den Sinn gekommen und wenig später auch die Antwort, wenn auch in einem anderen Kontext.

Mit der Sterbebegleitung kompensiere ich mein Gefühl, ein schlechter Pfleger zu sein.

Im Krankenhaus habe ich nicht die Zeit, mit Patienten zu sprechen. Man unterhält sich flüchtig während der Behandlung, außer diese ist kompliziert und bedarf alle Aufmerksamkeit, und dann huscht man so schnell es geht zum nächsten Patienten, weil die To-Do-Liste ewig lang ist. Dabei ist es mir sehr wichtig, sie nicht mit dem Gefühl zurück zu lassen, ihre Lebensgeschichte wäre mir egal. Ich mag Geschichten sehr, deshalb lese ich ja auch Blogs und Twitter und folge fremden Menschen. Doch an der Arbeit ist es ein wenig anders, denn die Patienten haben das Bedürfnis, gehört zu werden. Das klingt jetzt sicher etwas esoterisch, aber dieses Bedürfnis ist sehr wichtig für die Heilung. Und dem kann ich im Krankenhaus nicht nachkommen. Das frustriert mich, und wenn ich mir dann doch Zeit nehme zuzuhören, werde ich später als lahm bezeichnet von Kolleg_innen. Ich hätte den Verband, die Infusion doch schneller wechseln können und so weiter, jetzt hätten sie alles Andere allein machen müssen. Solche Aussagen frustrieren mich noch mehr, ich nehme mir eh schon mehr Zeit für die Behandlung als andere, um keine Flüchtigkeitsfehler zu machen. Mit diesem Frust gehe ich dann nach Hause und habe das Gefühl, ein schlechter Pfleger zu sein.

Da ist es doch nur logisch, dass ich genug von der Pflege habe und es kaum abwarten kann, dem Krankenhaus nach der Prüfung den Rücken zu kehren.

Die Begleitung von Sterbenden finde ich nach wie vor sehr schön, das mache ich nach der Ausbildung auf jeden Fall weiter. Es erdet mich und ich fühle mich vom Ballast der Welt befreit, wenn die Sterbenden erzählen, das Gespräch hätte ihnen sehr gefallen, endlich hätte mal jemand zugehört oder sie seien mal eine Zeit lang auf andere Gedanken gekommen.

(Seltsam, dass ich so viel Energie aus dem Tod ziehe.)

Manieren. (18/42)

20. September 2015

Ich war letzte Woche auf einer Fortbildungsveranstaltung; im gleichen Hause, das meinen Bildungsurlaub neulich angeboten hatte. Woanders hin würde ich meine Fortbildungen auch nicht legen, denn das Seminarhaus meiner Gewerkschaft bietet die perfekte Umgebung für derlei Veranstaltungen. Die Seminarräume sind super ausgestattet, die Schlafräumlichkeiten sind okay und das Haus liegt mitten in der Pampa, sodass man abends eher nicht irgendwo hinfährt, um „gemeinsam etwas zu unternehmen“. Im Haus gibt es eine großartige Bar mit äußerst günstigen Preisen und ansonsten hat man diverse Möglichkeiten vor Ort, selbst für Spaß zu sorgen. So kommt es, dass die Teilnehmer aus den verschiedenen Seminaren die Abende miteinander verbringen und Socializing betreiben. Es ist wirklich immer sehr nett dort; Austausch ohne Ende, wenn man möchte. Die Abende sind durchaus ein Grund für mich, dieses Haus immer wieder aufzusuchen.

Aber der eigentliche Grund ist folgender: Die Verpflegung ist wirklich erstklassig. Das Essen ist auf höchsten Niveau und immer lecker und bombastisch. Die Küchendamen sind jederzeit ansprechbar in der offenen Küche, in die man vom Speisesaal aus ab dem Tresen komplett hinein sehen kann. Falls jemand irgendeine Allergie hat oder etwas nicht essen kann oder möchte, haben die Damen immer eine individuelle Lösung parat. Das sind richtige Herzmenschen. Ich glaube, ich habe schon einmal darüber geschrieben.

Nun war meine Gruppe natürlich nicht allein im Haus, parallel fanden drei andere Seminare statt. Ungewöhnlich war nur, dass das eine Seminar von einer anderen Gewerkschaft organisiert und geleitet wurde. Sie hatten sich in unserem Haus eingemietet, weil bei ihnen die Kapazitäten nicht vorhanden waren. Diese Tatsache an sich ist überhaupt kein Problem für niemanden, für unser Haus lohnt sich das finanziell sogar. Doch die Teilnehmenden dieses Seminars, sie waren ein Problem.

Es ist zu einhundert Prozent ausgeschlossen, dass jemand in unserem Seminarhaus verhungern könnte. Es ist schlicht unmöglich: Fünfmal am Tag kann man etwas essen und zwei weitere Male, falls man spätabends oder mitten in der Nacht Hunger bekommen sollte. Es herrscht das Selbstbedienungsprinzip, Buffet zu allen Zeiten. Jeder kann sich nehmen, wie viel er möchte. Nachschlag ist überhaupt kein Thema. bisher war immer genug da, auch für Schlemmeronkels wie mich.

Die Teilnehmer des eingemieteten Seminars jedoch waren von Anfang an ein Dorn in unseren Augen. Sie benahmen sich wie steinzeitliche Plünderer und schlugen zu, ohne an die Letzten in der Schlange zu denken. Ihr Verhalten hielt bis zum Ende an, trotz der Bitte, solidarisch zu sein. Beim zweiten Mittagessen schon konnte ich nicht mehr hinsehen: Sie schaufelten sich bis zu drei riesige Stücke Lachsfilet auf die Teller – eines ist für eine Person gedacht –, nur um den Fisch hier und da anzunagen und die Teller einfach stehen zu lassen. Ihretwegen gab es keinen Fisch mehr für die Letzten in der Schlage, das kam noch nie in der Geschichte des Hauses vor. Außerdem räumt hier jeder sein Geschirr ab und sortiert es am Tresen für die Küchendamen vor, damit diese es beim Spülen einfacher haben; das wird gleich am ersten Tag erklärt. Doch was diese Leute abzogen, war einfach nur asozial.

Und so etwas hasse ich. Also habe ich mir mit einer Freundin zusammen ein paar stehen gelassene Teller voller Fisch geschnappt und sie den Leuten in den Seminarraum getragen. Dort haben wir sie kommentarlos in die Mitte des Stuhlkreises gestellt und sind wieder heraus marschiert. Keiner sagte irgendetwas, noch konnte man aus ihren Gesichtern irgendeine Reaktion heraus lesen.

Genauso wenig wie das Reden oder Ermahnen hat diese Aktion nichts bei den Spacken bewirkt. Bis Freitagnachmittag haben sie die Atmosphäre des Hauses nachhaltig gestört und sich nur mit sich selbst beschäftigt. Socializing war nicht. Da wurde mir dann plötzlich klar, weshalb ich es dort immer so schön fand bisher: Als Menschen, die im Dienstleistungssektor tätig sind, haben wir kontinuierlich mit anderen Menschen zu tun. Wir lernen, freundlich und zuvorkommend zu sein – denn so kommen wir gemeinsam weiter –, und verhalten uns auch im Alltag so. Im Gegensatz dazu haben die eingemieteten Leute die meiste Zeit ihrer Arbeit mit Maschinen zu tun. (Mal so ins Blaue hinein gedeutet.)

Das Feigenbäumchen. (17/42)

20. September 2015

Letzte Nacht träumte ich unübersehbar die Fortsetzung eines Traumes, der schon lange zurück liegt. Im ersten Traum stand auf meinem Balkon ein Feigenbäumchen, dessen Früchte klein und noch nicht ganz reif waren. Das Bäumchen spielte keine bedeutende Rolle, war einfach nur ein bisschen Dekoration und machte es mir ganz behaglich in meiner Traumwelt. Vielleicht handelte es sich dabei aber auch um die bildliche Darstellung eines Wunsches, vielleicht wollte mir mein Unterbewusstsein sagen, dass ich mir ein Feigenbäumchen zulegen sollte. Das Wetter im Traum war sonnig und T-Shirt-tauglich. Ich war wegen irgendetwas auf den Balkon gegangen und dann wieder zurück in die Wohnung. Was danach geschah, weiß ich nicht mehr.

Jedenfalls tauchte dieses Feigenbäumchen letzte Nacht wieder auf, diesmal in der Hauptrolle. Auch hier war das Wetter wunderschön und das Bäumchen stand auf dem Balkon an exakt der gleichen Stelle wie im ersten Traum. Die Früchte waren nun reif und prall, hatten eine tief violette Farbe und waren riesengroß. Ihr Anblick ließ jeden Betrachter denken, dass sie vor Reife gleich platzen müssten, sollte man sich nicht erbarmen und sie vom Bäumchen nehmen. Nun war ich aber nicht allein, auf der Bank saß jemand, den ich im Nachhinein betrachtet gar nicht kennen konnte. Er war mir aber vertraut und sprach mit mir über die Feigen. Er merkte an, wie schön sie doch gelungen seien und bat mich um eine Kostprobe. Ich bot ihm eine Feige an und nahm mir selbst auch eine. Die sonnenwarme Haut zerbarst beim ersten Bissen und das Fruchtfleisch quoll heraus und ließ mir den Saft im Munde zusammen laufen. Die Feige hatte einen köstlichen Geschmack, sie war süß, dicklich und irgendwie doch flüssig. Sie schmeckte so außerordentlich gut, dass ich dachte, das kann nur hyperrealistisch sein. Da fiel mir ein, dass ich schon einmal von dem Bäumchen geträumt hatte. Ich erinnerte mich also im Traum an den ersten Traum, war mir aber nicht bewusst darüber, dass ich träume. Ich hielt die Situation für die Realität.

Das war ein sehr schöner Traum. Und ein sehr sinnlicher.

Eine schwierige Antwort. (16/42)

19. September 2015

Oft werde ich gefragt, wie sich die Beziehung zu meinen Eltern entwickelt hat im Laufe der Jahre. Ebenso oft weiß ich nicht, was ich darauf antworten sollte und sage stattdessen irgendetwas und wechsle das Thema. Ich möchte es mir mit diesem Text zur Aufgabe machen, darüber nachzudenken, denn der Grund für die fehlende Antwort ist die viel zu seltene Reflexion über diese Thematik.

Ich habe das Nest vor über vier Jahren verlassen, seitdem habe ich enorme Sprünge in meiner Entwicklung gemacht. Ich bin nicht mehr – so nahm ich mich wahr – ein einsamer, schwacher und labiler Junge. Ich bin angekommen und habe eine Heimat, in der ich mich wohl fühle, ich habe wunderbare Freunde in direkter Nähe, ich habe einen Alltag und eine Perspektive. Ich bin kaum noch traurig über die Umstände, die mich von meinen Eltern trennen. Ich bin stark und in guter Gesellschaft; meine Freunde sind allesamt Menschen, die Erfahrung darin haben, „anders“ zu sein, und das eint uns. Ich meine damit ausdrücklich alle Bereiche des Lebens, nicht nur die Sexualität. Sie geben mir Sicherheit und Selbstbewusstsein, denn ich bin nicht mehr allein wie vor vier Jahren. Mit ihrer Hilfe konnte ich mir einen Alltag aufbauen, der mir Struktur gibt und mich auffängt. Mit der Zeit erlosch die Depression und ich trauerte nicht mehr mit meinen Eltern um ihren verlorenen Sohn. Ich weiß heute, dass ich als Sohn versagt habe und erkenne gleichzeitig an, dass ich nicht nur Sohn bin.

Versetze ich mich in die Lage meiner Eltern – das kann ich nur aus meiner Sicht, und weil sie nicht mit mir über ihre Gedanken reden, kann ich nicht wissen, ob diese Darstellung ihrer Wahrheit entspricht – so sehe ich, dass sie sich einen Sohn wünschen, der mit einer Frau verheiratet und somit in ihrer Gesellschaft anerkannt ist, der vielleicht schon ein Kind hat und Verantwortung übernimmt. Was ich dabei arbeite oder studiere, was ich der Gesellschaft als Mehrwert erbringe, ist ihnen relativ egal. In dieser Vorstellung sehen mich meine Eltern als glücklich. Doch ich könnte niemals glücklich sein, würde ich mich dieser Vorstellung fügen.

Wenn ich meine Eltern besuche, fühlt es sich an, als würde ich eine Parallelwelt betreten. Plötzlich bin ich wieder ein kleiner Junge, meine Stimme ist zumeist eine Oktave höher und ich verhalte mich wie ein Kind. Nicht kindlich oder kindisch, aber als jemand, der seine Eltern achtet und ihnen Respekt entgegen bringt, indem er die Spülmaschine ausräumt oder in den nächsten Supermarkt läuft, um ein fehlendes Lebensmittel zu kaufen. Falls Besuch da ist oder wir als Familie jemanden besuchen, meistens nahe Verwandte, erzähle ich von meinen beruflichen Erfolgen und sonstigen Leistungen und beschere meinen Eltern Ansehen. Die meisten Kinder wollen ihre Eltern mit Stolz erfüllen, das erreichen sie durch Leistung, mit guten Noten zum Beispiel oder später mit einem ertragreichen Beruf. Quasi als Ergebnis guter Erziehung. Dem komme ich bewusst nach, wenn ich bei meinen Eltern bin. Aber nicht nur dort; vielleicht ist das der Grund, weshalb ich aktiv etwas für meinen sozialen Aufstieg unternehme. Und wenn ich bei meinen Eltern bin, nehme ich diese Rolle als Kind ein und fühle mich auch so: Ich muss Leistung erbringen, um geliebt zu werden. Denn ich werde nicht geliebt für das, was ich bin. Ich muss mir die Liebe durch Leistung erarbeiten, damit sie über den Makel meiner Homosexualität hinweg sehen.

Fahre ich wieder nach Kassel und bin in meiner Wahlheimat, fühle ich mich ein paar Tage extrem müde. Ist die leistungsbedingte Müdigkeit überwunden, nehme ich mental Abstand von meiner Familie. Sie tauchen nicht in meinem Alltag auf, ich frage mich nicht mehr, was sie wohl gerade tun. Ich telefoniere auch nicht oft mit ihnen, ein bis zweimal im Monat für ein paar Minuten ist die Regel. Dies alles ist wohl ein Schutzmechanismus, der sich in den letzten vier Jahren entwickelt hat. Ob es am Prozess des Erwachsenwerdens liegt oder an den zwei Jahren Verhaltenstherapie oder an meinen Medikamenten oder an meinen Lebensumständen an sich, das kann ich gar nicht beantworten.

Besucht haben mich meine Eltern bisher zweimal: Einmal stand allein mein Vater einfach vor der Tür und rief mich an, weshalb ich denn nicht aufmachen würde. Ich wusste nichts von seiner Absicht, mich besuchen zu wollen, und war auch nicht zu Hause. Aus Anstand fuhr ich nach Hause und verbrachte zwei Stunden mit ihm. Ich war sauer, dass er einfach so auftauchte und ich nicht die Möglichkeit hatte, aufzuräumen oder gar etwas Kleines zu kochen. Wir saßen auf dem Balkon, tranken Kaffee und er sprach mit mir über mein Leben. Das sähe ganz nett und geordnet aus, aber meine Homosexualität wollte er mir trotzdem ausreden. Es war ein seltsames Gespräch, eher ein Monolog seinerseits und ein Kommentieren meinerseits. Ich entgegnete allen seinen Aussagen mit Ironie, bis er sich nicht ernst genommen vorkam. Wir fuhren auf meinen Wunsch hin noch an einen Aussichtspunkt, damit er wenigstens etwas von der Stadt sehen konnte; danach fuhr er mich nach Hause und sich selbst heim. Es war schon dunkel geworden.

Das zweite Mal hatten sie sich angemeldet. Vater, Mutter und Bruder, Opa, Oma und Onkel. Ich nahm mir frei und richtete alles nett her, doch weil in der Wohngemeinschaft nicht Platz für so viele Menschen war, entschied ich mich dafür, dass ich ihnen meine WG zeige und wir ein wenig durch den Stadtpark laufen und irgendwo Kaffee trinken. Das Wetter war angenehm und Kassel zeigte sich von seiner schönsten Seite, doch irgendwie war auch dieser Besuch nicht authentisch. Es war vielmehr ein: „Wie ihr seht, lebe ich gut. Also kein Grund zur Sorge!“ Wieder war ich nur dabei, meine Lebensentscheidung zu verteidigen, anstatt mit ihnen mein Leben zu teilen.

Werfen wir nochmal einen Blick zurück zur Eingangsfrage. Fast immer antworte ich, dass wir eigentlich gar keine Beziehung haben und wechsle das Thema. Womöglich ist die Aussage gar nicht falsch, doch jetzt kann ich mir auch erklären, warum das so ist. Wir arbeiten nicht gemeinsam daran, einen Weg in eine gesundere Eltern-Kind-Beziehung zu finden. Stattdessen macht sich jeder seine Gedanken und dabei bleibt es. Ich habe schon vor langer Zeit damit aufgehört, weil es keinen Sinn für mich macht. Ich rate ins Blaue hinein.

Vor etwas über einer Woche rief mich mein Großvater an. Er hatte sich verwählt und wollte eigentlich meinen Vater etwas fragen, aber da ich ja schon dran war, teilte er mir mit, dass meine Eltern auf dem Weg zu mir sind. Ich war furchtbar sauer, ließ es mir aber nicht anmerken und legte bald auf. Dann schrieb ich meinem Bruder, er solle bitte ausrichten, „dass ich es absolut scheiße finde, dass sie wieder einfach so ohne Anmeldung vorbei kommen wollen, zumal ich an der Arbeit bin“. Ich war zu Hause und nicht an der Arbeit, aber ich wollte auch nicht, dass meine Eltern über mich bestimmen können, wann sie wollen. Ich bin erwachsen und möchte so behandelt werden, und solange sie der Meinung sind, dass ich einfach zu all ihren Entscheidungen Ja und Amen sage, werden sie mich nicht besuchen können. Sie fuhren auf halbem Wege also wieder nach Hause. An diesem Tag war ich traurig, denn ich fühlte mich wieder wie mit achtzehn. Ich musste meine Eltern abweisen, weil sie mich übergehen, obwohl ich sie durchaus an meinem Leben teilhaben lassen möchte.

Vor ein paar Tagen rief mich ein Großonkel an, der ganz besorgt klang. Ich hatte sicher fünf Jahre nicht mehr mit ihm zu tun gehabt, folglich erkannte ich ihn erst im Laufe des Gespräches. Er fragte, wie es mir geht und was ich so mache. Dann sagte er, dass es normal sei, dass Eltern und Kinder sich streiten, dass man aber deswegen nicht gleich fortziehen müsste wie ich es getan habe. Er fragte, wann ich denn wieder zurück käme. Ich antwortete, dass ich mir hier eine Heimat aufgebaut habe und mich sehr wohl fühle. Er versuchte noch ein wenig, mir die Vorzüge der räumlichen Nähe zum Elternhaus schmackhaft zu machen. Dann lud er mich zu seinem Geburtstag Ende Oktober ein. Ich sagte nicht ab, konnte ihm aber auch nichts versprechen.

Alles erschien mir so seltsam. Ich fragte mich, ob das ein Anruf aus der Vergangenheit ist. Dieser Anruf hätte exakt so vor vier Jahren stattfinden können, als verzweifelte Reaktion auf meine plötzliche Flucht. Ich dachte mir, dass meine Eltern wohl mit ihm telefoniert haben müssen und sicherlich von meiner Abweisung neulich berichtet haben. Das machte mich wütend und traurig zugleich.

In solchen Momenten „tröste“ ich mich immer damit, dass meine Eltern nichts dafür können. Sie wurden so erzogen und können wohl nicht anders, denke ich mir. Sie kommen aufgrund ihrer Kultur und ihrer Religion mit meiner Homosexualität nicht klar und haben auch keine Unterstützung dabei… Nein, ein Trost ist das in Wahrheit nicht. Warum können sie nicht wenigstens versuchen, ein Fünkchen Verständnis für meine Lage zu erlangen?

Unterstützung wollen sie nicht annehmen, da gäbe es eine Menge, aber alle, die nicht ihrer Meinung sind, wollen sie ja nur bekehren. Sie beharren auf ihrer Position, weil das aus ihrer Sicht das einzig Richtige ist. Sie hassen meine ach so freiwillige Entscheidung, ein krankes Leben als Homosexueller zu führen, und machen dies deutlich damit, dass sie mir ein unglückliches wünschen.

All diese Gedanken frustrieren mich und machen, dass ich mich noch weiter von ihnen entferne. Es findet kein Austausch statt, nur über Belangloses, und das erfüllt mich nicht. Also vermeide ich Kontakt und halte mich fern von der Gedankenspirale, die nur auf Vermutungen, gegenseitigen Beschuldigungen und verletzenden Vorwürfen basiert.

Dies ist wohl in Zukunft meine Antwort.

Bewerbungskrams. (15/42)

14. September 2015

Ich brauche mal Ihre Hilfe. Ich muss mich demnächst bei meinem Arbeitgeber bewerben und die Herausforderung besteht darin, die Bewerbung ungewöhnlich zu gestalten. Übernommen werde ich sowieso, da habe ich rechtlich einen Vorteil; die Frage ist nur: wohin? Das Haus, in dem ich mich bewerbe, ist eigentlich ganz gut besetzt. Wobei Männer in der Psychiatrie immer gerne gesehen werden. Und außerdem möchte ich nicht mehr in der normalen Krankenhaus-Pflege arbeiten. Deshalb möchte ich durch die Bewerbung auffallen. Das Gespräch wird kein Problem für mich.

Mein Text bisher lautet:

  

Hm. Ich bin einigermaßen zufrieden, aber es haut irgendwie nicht so in Pfanne, wie ich es gerne hätte. Was sollte/könnte/müsste ich ändern? Wie ist das aus professioneller Sicht? Geht das überhaupt so oder ist es too much?

(Vielleicht hat Frau @Novemberregen eine Idee?)

Über das Singen. (14/42)

13. September 2015

Seit etwa einem Jahr bin ich Teil eines Chores, der klassische Werke der Sakralmusik interpretiert. Der Chor hat den Anspruch, hochwertige und nicht nur schön klingende Musik zu machen. Alle zwei Wochen am Freitag haben wir Probe, und wir proben eigentlich immer für ein Konzert als solches oder für irgendeine Messe an Weihnachten oder Ostern. Bei vielen der vertonten Werke wirken Solisten mit, also Menschen, die beruflich im weitesten Sinne mit Musik arbeiten, zum Beispiel Kirchenmusiker, Musiklehrer oder Theater- und Opernsänger. Aus Sicht eines Konzertbesuchers stehen die Solisten im Mittelpunkt und Chor und Orchester sind „nur“ die Begleitung. Dabei organisiert der Chor die zu singenden Werke und probt wochenlang oder gar über Monate hinweg für ein Konzert, das dann meistens so um die eine Stunde dauert. Die Solisten und das Orchester werden eingekauft und kommen zur Generalprobe und natürlich zum Konzert. Der Chor erwartet von ihnen eine professionelle Leistung und dafür bekommen sie ja auch Geld. Dem Zuhörer ist das alles aber gar nicht bewusst, und das ist ja auch egal, schließlich will er die Musik genießen, ganz gleich wie sie zustande kommt. Er erwartet ein stimmiges Ganzes und möchte vielleicht mal aus dem Alltag tauchen oder einen Ohrwurm mitnehmen.

Nun ist der Chor irgendwie elitär, weil er nur große, aufwendige Sachen macht, aber eben trotzdem ein katholischer Kirchenchor, was sich immer komisch anhört, wenn ich das jemandem erzähle. Wenn ich dann noch sage, dass ich montags tatsächlich in einem Kirchenchor singe, dann schauen mich alle verstört an. Der Montags-Chor ist eine gute Übung für mich, denn dort sind die Sänger alt und die Stimmen wackelig und es ist für die Leute eher ein Zusammenkommen, ein gesellschaftliches Ereignis, als der Wunsch, Musik als Kunst zu leben. So hört es sich leider oft auch an, wenn keine tragenden Stimmen den Chor mitziehen.

In den letzten zwei Jahren habe ich mich dort ganz gut entwickelt. Anfangs konnte ich überhaupt keine Noten lesen, meine Einsätze waren falsch und zu tief und zu hoch und ich konnte nur leise mitsingen, weil ich mich nicht traute, aus Angst, es zu vermasseln. Auch hatte ich kein Air-Management, um die Töne mit der nötigen Kraft hervor zu bringen. All das hat sich enorm verbessert und nun singe ich eben im „Elite-Chor“ mit. Noten kann ich zwar immer noch nicht wirklich lesen, aber nach ein paar Mal proben sitzt das Stück im Ohr und ich kann es ganz prima singen. Bin ja auch nicht alleine, sondern habe zwei sehr begabte Tenöre neben mir, an denen ich mich orientieren kann. Also nee, ich orientiere mich eigentlich immer an ihnen.

Ich muss sagen, dass mir die Texte im normalen Kirchenchor teilweise sehr auf den Sack gehen. Sie sind oft plump und in einfacher Sprache, sodass sie jeder verstehen kann, aber mir fehlt sehr oft die Poesie oder etwas zum Nachdenken. Das ist bei dem Freitags-Chor anders. Zwar sind auch hier viele Texte auf Latein, also nicht ohne Weiteres zu verstehen, aber wir beschäftigen uns immer mit den Worten und arbeiten mit Übersetzungen, um die Musik und ihre Aussageabsicht besser zu verstehen. Die Texte sind fast immer lyrisch und erzählen Geschichten. Auch wenn hier Jesus immer Thema ist, so ist die Message oft eine tiefer gehende, weil die Umsetzung emotionaler und bedachter ist. So erlebe ich das zumindest. Dabei bin ich nicht religiös, ich mag einfach die Musik, die vor diesem Hintergrund komponiert wurde. Dazu vielleicht morgen mehr.

Von den Werken, die ich bisher mit dem Freitags-Chor vertonen durfte, ist „Fürwahr, er trug unsere Krankheit“ von Buxtehude mein liebstes. Vielleicht möchten Sie hinein hören, auf YouTube gibt es eine ganz hübsche Version. Geht insgesamt 10 Minuten und ist wirklich wunderschön.

Aufwertung. (13/42)

13. September 2015

Ich war in einem Bahnhof, ging auf eine überfüllte Rolltreppe, auf der viele Kinder und vereinzelt ein paar Erwachsene standen. Diese fuhr über einen Hügel, dann im Zickzackkurs herab zum Bahnsteig. Der U-Bahnhof war leer, nur strömten jetzt die ganzen Menschen von der Rolltreppe darauf und füllten ihn. Eine Bahn fuhr ein, sie sah aus wie eine gewöhnliche S-Bahn, gar nichts besonderes. Jedoch stand auf der Fahrplananzeige „Leerfahrt“ oder so, an das Wort genau kann ich mich nicht erinnern. Die Bahn hielt an und die ganzen Kinder standen davor, sichtlich enttäuscht, dass es die falsche Bahn war. Die Türen blieben verschlossen. Ich fühlte mich in dem Moment wie ein Aufseher, der über die Köpfe der Kinder hinweg sieht. Dann sprang ein Kind wie ein Frosch gegen die Heckscheibe der Bahn und rutschte langsam wie ein Regentropfen ab und saß plötzlich auf dem Gleisbett. Dann fuhr eine weitere Bahn ein, sehr schnell war diese, und dockte an die erste an. Das Kind saß immer noch auf den Gleisen, musste sich aber zusammenkauern, damit ihm nichts Schlimmes passiert. Niemand außer mir hatte die Szene bemerkt. Die Bahnen fuhren aus dem U-Bahntunnel und es war niemand mehr da, nur der Junge und ich. Er krabbelte aus der Mitte, war aber zu klein, um von allein auf den Bahnsteig zu kommen. Ich half ihm auf und sagte: „Ja, bist du denn wahnsinnig?! Du hättest sterben können!“ Das Kind antwortete trotzig: „Ich darf doch wohl machen was ich will?“. „Nein!“, sagte ich und hielt den Jungen wie ein Baby im Arm, denn er war geschrumpft. Mit sanfter Stimme sprach ich: „Du wundervoller Junge, hast du denn noch nichts von der neuen App gehört? Gott hat eine App in den Store gestellt, damit kann man sein Leben upgraden.“ Ich zog mein iPad hervor und zeigte ihm die App, darauf konnte man die aktuellen Gespräche, Gedanken und Handlungen einer Person sehen und Eigenschaften, Gegenstände und Errungenschaften, die eine Person besitzt. Im Hauptmenü gab es einen riesigen Kopf, auf dem Upgrade stand. Das Kind strahlte total, es war ja auserwählt. Ich hatte ihm die App gezeigt.

Und dann bin ich aufgewacht.

Utopie! (12/42)

6. September 2015

Wir sollten uns eine Utopie ausdenken, in der wir gerne leben würden. Unserer Phantasie waren keine Grenzen gesetzt und wir konnten uns aussuchen, ob wir allein, in Grüppchen oder als eine große Gruppe daran arbeiten wollen. Wir entschieden uns für die große Gruppe. Ansonsten durften wir machen, was und wie wir wollten; dafür hatten wir den ganzen Tag Zeit.

Wir überlegten fünf Minuten und jeder schrieb etwas auf einen Zettel, dann trugen wir unsere Ideen einander vor. Ich sammelte die Kategorien auf einem weiteren Zettel und am Ende glichen wir diese Kategorien mit unseren Ideen ab.

    Mensch und Natur
    Gesundheit
    Lebensmittel
    Gleichstellung
    Wirtschaft und Finanzen
    Politik und Mitbestimmung
    Industrie
    Umwelt, Wasser und Strom
    Wohnraum
    Mobilität
    Kommunikation und Medien
    Bildung und Erziehung
    Wissenschaft
    Kunst und Kultur

Diese Schlagworte schrieben wir auf eine riesige Wandzeitung und gingen sie Punkt für Punkt durch. Jeder konnte dann seine Ideen genauer ausführen oder eine Idee kommentieren. Bei den Punkten „Wirtschaft und Finanzen“ und „Politik und Mitbestimmung“ hielten wir uns am meisten auf. Hier gab es enormen Gesprächsbedarf, weil die Vorstellungen teilweise extrem auseinander gingen. Nachfolgend werde ich unsere gemeinsame Utopie stichwortartig den Kategorien nach beschreiben. Interessant finde ich, dass wir eine ziemlich reale Utopie erschaffen haben. Im Grunde schufen wir ein Gesellschaftsmodell.

Mensch und Natur

    Nachhaltigkeit und ökologische Grundprinzipien stehen bei jeder Entscheidung an erster Stelle.
    Keine Massentierhaltung, Tiere zum Verzehr werden artgerecht gehalten.
    Ressourcen werden nur auf Bestellung geschöpft.

Gesundheit

    Alle Leistungen des Gesundheitssystems sind kostenlos, zum Beispiel Behandlungen und Medikamente.
    Umfassende vorbeugende Maßnahmen.

Lebensmittel

    Nicht kostenlos, aber staatlich subventioniert.
    Bio, FairTrade, nachhaltige Erzeugung.
    Bedarfsgerechte Bestellung monatlich durch die örtliche Gemeinde, zum Beispiel werden im Winter andere Lebensmittel verbraucht als im Sommer.
    Keine Verschwendung durch Bestellerprinzip, falls Sonderwünsche.
    Genussmittel nicht subventioniert.

Gleichstellung

    Religion und Staat sind strikt getrennt.
    Absolute Meinungs- und Pressefreiheit.
    Gleichstellung Aller, zum Beispiel aller Geschlechter, Hautfarben, Nationalitäten, Sexualitäten, Religionen.

Wirtschaft und Finanzen

    Eine Kasse für alles, jeglicher Lohn und Mehrwert fließt hinein, um beinahe jede Kategorie des Lebens kostenlos halten zu können.
    Grundeinkommen. Variabel, monatlich berechnet nach gesellschaftlichem Arbeitsaufkommen. Das Grundeinkommen ist gleichzeitig der Monatslohn und beinhaltet jegliche Sozialausgaben. Jeder hat monatlich das gleiche Einkommen, egal ob Müllmann oder Politiker.
    Keiner muss arbeiten, jeder darf arbeiten.
    Arbeit steigert das Grundeinkommen aller. Niemand arbeitet nur für sich, sondern für die Gemeinschaft. Privaten Reichtum gibt es nicht, alle sind gleich reich. Ungenutztes Grundeinkommen verbleibt in der Kasse für alle, für den Einzelnen steht maximal zur Verfügung das monatliche Grundeinkommen,
    Virtuelle Währung, transparent und öffentlich.

Politik und Mitbestimmung

    Gemeinden, Basistreue Delegation, im Grunde Räte-Demokratie. Basis entscheidet und Delegierte müssen die Meinung der Gemeinde vertreten.
    Transparenz in allen Entscheidungen, öffentliche Sitzungen und Protokolle.
    Volksentscheide.
    Kritikzentrum, von uns ironisch „Zentrum für politische Schönheit“ genannt, das die Kritik am Staat anhört und verarbeitet, die Delegierten überwacht und mit dem Kritikern Lösungen entwickelt, mit dem Volke abspricht und gegebenenfalls umsetzt.

Industrie

    Konsumgüter sind nicht kostenlos.
    Produktion nach Bedarf und auf Bestellung.
    Herstellung dauert zwar länger, aber so wird Verschwendung reduziert und alles wird mit Bedacht bestellt.
    Produkte müssen hochwertig sein und haben eine tatsächliche Lebenslange Garantie mit Reparatur und allem.
    Recycling ist erstrangig.

Umwelt, Wasser und Strom

    Wasserkraft, Solar und Wind sind erstrangig und kostenlos.
    Keine Atomenergie, fossile Brennstoffe nur ausnahmsweise nach strenger Prüfung erlaubt und mit hohen Kosten für Industrie und Verbraucher verbunden.
    Keine Umweltverschmutzung, nachhaltige Kreisläufe.
    Regenwasseraufbereitung.
    Lärmarm.

Wohnraum

    Kostenlos
    Zukunftssicheres Bauen

Mobilität

    Kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, hohe Taktung
    Autofreie Stadt, Versorgung, zum Beispiel Feuerwehr, Krankenwagen, natürlich erlaubt.
    Kostenloser Fahrservice für Schwangere, körperlich Beeinträchtigte etc.
    Elektrofahrzeuge und Carshaaring für Fernziele.
    Fahrradstraßen prägen Stadtbild.
    Verkehrsleitsystem mit Sicherheitsfunktion, Hindernis- und Pannenerkennung etc.
    Lärmarm

Kommunikation und Medien

    Kostenlose Nutzung des Internets, Glasfaser für alle, kostenloser Mobilfunk.
    Medien werbefrei und kostenlos zugänglich per Internet. Investigativer Journalismus ist Pflicht.
    Keine Werbung in Publikationen nicht erlaubt, nur im Fernsehen und auch nur zwischen den Sendungen für fünf Minuten.

Bildung und Erziehung

    Kostenlos, Kita und Schule für alle und immer.
    Sechs Jahre Grundschule, danach keine Schulformtrennung.
    Absolute Chancengleichheit, kein Leistungsdenken.
    Grundschule fördert vor allem Kreativität und gesellschaftspolitisches Denken.
    Freue Wahl der Fächer nach der Grundschule. Falls im Berufsleben Defizite erkannt werden, kostenlose Nachhilfe an den Schulen und an der Uni.

Wissenschaft

    Forschungsbedarf wird von den Unis angemeldet und von der Industrie kostenlos produziert.
    Ethikkommitee entscheidet über schwierige Forschungsfragen.
    Forschung im Bereich der Grundversorgung vorrangig.
    Unabhängig von Politik.

Kunst und Kultur

    Künstler sein ist ein Beruf, Künstler erwirtschaften durch ihre Arbeit einen Mehrwert, der wie im Bereich „Wirtschaft und Finanzen“ erklärt, der Gesellschaft zugute kommt.
    Kostenpflichtiges Angebot, Bürger suchen sich ihre Art der Unterhaltung aus und zahlen vom Grundeinkommen.

Fallout Shelter. (11/42)

6. September 2015

Nun folgt eine kleine Gesellschaftskritik, vom Hersteller sicherlich nicht beabsichtigt, aber verpackt in einem zutiefst kapitalistischen Spiel, in dem ich die Menschen nur nach Leistung bewerte und sie systematisch ausbeute. Doch von vorne…

Ab und an spiele ich Quizduell mit Freunden, das war’s aber auch schon. Zur Schulzeit spielte ich gerne „Die Sims“, ich hatte sehr viel Spaß am Bauen und Einrichten von Häusern. Die Sims an sich empfand ich als langweilig und tötete sie auf unschöne Arten und Weisen: Zimmer mit Kamin und ohne Sauerstoffzufuhr. Swimmingpool mit Sprungbrett und ohne Leiter zum Aussteigen. Herbeirufen des Sensenmannes mittels Cheat…

  

Aktuell spiele ich auf dem Handy „Fallout Shelter“. Die Welt ist einem Atomkrieg oder einer sonstigen Umweltkatastrophe im Zusammenhang mit der Atomkraft zum Opfer gefallen. Ich bin Leiter eines Schutzbunkers und habe zum Ziel, meine Bunkerstadt mit immer mehr überlebenden Menschen zu bevölkern und die Anlage zu erweitern, um die Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Die Menschen erhalten je nach Begabung eine Aufgabe, für die sie geeignet sind. Je mehr Menschen Zuflucht in meinem Bunker finden, desto mehr Arbeit gibt es und desto mehr kann ich bauen. Die Produktion von Nahrung, Wasser und Strom muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, sonst werden meine Schützlinge krank und versterben. Außerdem kann ihre Zufriedenheit sinken, dann arbeiten sie schlecht und unzuverlässig und sind der Gesellschaft nicht von Nutzen.

Die Leistung der Menschen wird nach ihrem SPECIAL-Wert beurteilt, danach kann man sie auch sortieren und hat schnell einen Überblick über ihr Potenzial.

    S = Stärke (Strength)
    P = Wahrnehmung (Perception)
    E = Ausdauer (Endurance)
    C = Charisma (Charisma)
    I = Intelligenz (Intelligence)
    A = Beweglichkeit (Agility)
    L = Glück (Luck)

Diese Eigenschaften hat jeder, sie sind nur unterschiedlich ausgeprägt. Je nach Eigenschaft sind die Menschen für verschiedene Dinge gut:

    Stärke: Strom produzieren
    Wahrnehmung: Wasseraufbereitung
    Ausdauer: Lagerraum
    Charisma: Kinder produzieren oder Radiostudio
    Intelligenz: Klinik oder Forschungslabor
    Beweglichkeit: Nahrung produzieren
    Glück: Überall nützlich, besonders beim Kinder machen

In diesem Spiel bin ich im Grunde Arbeitgeber und verantwortlich dafür, dass alles läuft. Dies hat zur Folge, dass ich die Menschen nur nach ihrer Tauglichkeit bewerte, um mehr und mehr Ressourcen produzieren und meine Anlage stetig maximieren zu können. Doch meine Arbeitnehmer werden träge, krank und faul. Sie jammern und fallen auch um vor Erschöpfung. Dann sind sie schlechtes Human Kapital, schließlich sollen sie Leistung erbringen. Also überschütte ich sie ständig mit Drogen, dafür habe ich extra eine Klinik und ein Forschungslabor, damit sie arbeiten, arbeiten, arbeiten!

Doch was bringen mir diese Menschen, wenn sie sich nicht weiter entwickeln?! Also muss ich sie wohl oder übel fortbilden, damit sie ihre Arbeit besser und besserer erledigen. Alles nur für unsere Gesellschaft, für unseren Bunker! (Für meine Zufriedenheit!)

Nun, Fortbildungen sind doof. Es fehlt dann jemand im Wasserkraftwerk und weniger Strom wird produziert, es fehlt jemand in der Radiostation, wo Überlebende angelockt werden, und niemand zeugt Kinder, die für mich arbeiten können, wenn sie erwachsen sind. Aber es muss sein, also schicke ich eine Person in die Schule oder in den Sportraum, nur damit er nützlicher wird. Am liebsten würde ich alle fortbilden, das bedeutet nämlich Leistung!, aber wer sorgt dann für die Reproduktion der Gesellschaft? Ein Dilemma. Vor lauter Arbeiten kommen die Menschen nicht oder kaum dazu, ihre Eigenschaften zu erweitern. Weil ich es mir nicht leisten kann, den Stärksten aus der Stromproduktion in die Schule zu schicken, nur weil er so wenig intelligent ist. Er tut doch seine Arbeit dort gut! Doch was ist, wenn mein Bunker überfallen wird? Das passiert nämlich häufig. Auch Feuer brechen aus und radioaktiv verseuchte Käfer dringen ein, dann weiß dieser Stärkste nicht, was er tun soll und rennt wie die Schwangeren und die Kinder schreiend durch die Gegend. Und verteidigt nicht den Bunker! Schlimm ist das.

Es gibt übrigens noch etwas Tolles: einen Tempo-Knopf. Wenn zum Beispiel wenig Wasser vorhanden ist, kann ich in der Aufbereitungsanlage auf den Tempo-Knopf drücken. Dann wird quasi die Zeit in diesem Raum beschleunigt und die Menschen arbeiten schneller. Bevor man auf den Knopf drücken kann, sieht man die Unfall-Wahrscheinlichkeit. Je schlechter die Menschen ausgebildet sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Zwischenfalls. Also liegt es in meinem Interesse, dass die gefälligst schlau zu sein haben!

Und an diesem Punkt staune ich über dieses Spiel. Es führt mir vor Augen, was eine Gesellschaft wie unsere, die sich über Leistung definiert, letztendlich ist: Ausbeutung mit Hinblick auf die Nützlichkeit mit dem Ziel der Maximierung. Mehr, immer mehr!

Ich denke, jeder kann in diesem Spiel Parallelen zu unserer Welt finden. Montagabend, nachdem wir Bildungsurlauber uns kennen gelernt haben, handelte das Gespräch unter Anderem davon, dass wir uns im Grunde alle im Kennenlern-Interview über unsere Leistungen definiert haben. Der eine ist hier und da aktiv, der andere singt in einem Chor, die eine studiert dieses hoch komplexe Fach und die andere hat schon so und so viele klassische Literatur gelesen… Diese Erkenntnis war witzig, ich musste dann an Fallout Shelter denken. Ich zückte das Handy hervor und erklärte das Spiel und wir sprachen noch bis in die Nacht über die Bedeutung von Leistung in dieser Welt.

Und wahrscheinlich rührt zur Zeit die Angst vor Fremden daher, dass ein Anderer ihre Arbeit besser machen könnte als sie, zum Beispiel ein Geflüchteter. Und deshalb sprießen die besorgten Arschlöcher nur so aus dem Boden. Getrimmt auf Leistung, angetrieben durch Unwissen und Angst, jeder hier und da gut, gerade so gebildet, um ganz normal durch das Leben zu kommen und nicht reflektiert genug, das zu erkennen und in Frage zu stellen. Natürlich haben die Angst. Hat es doch unser Bunkerleiter versäumt für Gerechtigkeit zu sorgen, sodass niemand gerade so über der Armutsgrenze leben oder sich bis zur Erschöpfung abrackern muss, um sich in seiner sogenannten Freizeit ausruhen zu können. Stattdessen besitzen ein paar Wenige allen Reichtum und die restlichen 98 Prozent müssen Leistung erbringen und arbeiten und arbeiten und arbeiten, um bestehen zu können und den Reichtum der Reichen zu mehren.

Dabei sind neue Menschen im Bunker super, sie erfüllen Arbeit und erzeugen Mehrwert. Wo ist denn für das System gesprochen der Haken? – Jeder ist austauschbar, wichtig nur sein SPECIAL-Wert. Bildung würde nur das System in Frage stellen.

Und genau hier liegt das Problem.

Nutzt die Gelegenheit! (10/42)

6. September 2015

Seit Freitagnachmittag bin ich zurück aus dem Bildungsurlaub. Es waren fünf wunderbare Tage und meine Erwartungen an ein gesellschaftspolitisches Seminar – sofern ich welche hatte – wurden mehr als nur erfüllt. Sicherlich haben die Teamer enorm dazu beigetragen – zwei sehr offene und schlaue Menschen, eine junge Frau und ein junger Mann, die voll und ganz auf unsere Bedürfnisse eingegangen und diese in das Seminar-Konzept eingeflochten haben.

Ich denke, dass auch die Gruppengröße eine wichtige Rolle inne hatte. Wir waren sechs Bildungsurlauber und zwei Teamer, insgesamt also acht Personen. Ursprünglich sollten wir zehn Personen sein, doch vier hatten abgesagt oder sind nicht erschienen. Die Teamer gaben uns sechs den Freiraum, den wir für unsere Vorstellungen und Phantasien brauchten. Wir waren sechs sehr interessierte und dabei so unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Schwerpunkten, dass wir uns in allen möglich Themen ergänzen und auch widersprechen konnten. Aufgrund der Gruppengröße arbeiteten wir beinahe immer zusammen und lernten uns so intensiver kennen, als ich es mir mit zehn Leuten vorstellen könnte.

Von neun bis achtzehn Uhr erhielten wir Input von den Teamern und abends in der Bar oder an einem Tisch im Freien befanden wir uns in einem geselligen Austausch über die Dinge, die uns im Leben auslaugen, die Quellen, aus denen wir Kraft und Freude schöpfen, über unsere Wünsche für die Zukunft, für uns selbst, über die Geflüchtetenthematik und das erbärmliche Aussitzen der Politik, über unsere Definitionen von einem guten Leben, von Glück und Zufriedenheit…

Ich für mich kann sagen, dass mein Horizont sich tatsächlich erweitert hat. Wann bitteschön hat man denn neben Alltag und Beruf wirklich die Zeit, sich eine Woche allein mit der Gesellschaft zu beschäftigen, in der wir leben? Ich bin sehr froh über diese Gelegenheit und kann jedem uneingeschränkt empfehlen, sein Recht auf Bildungsurlaub wahrzunehmen und sich gesellschaftspolitisch weiter zu bilden. Für nächstes Jahr habe ich mir das Folgeseminar schon im Kalender markiert und freue mich, die anderen fünf wieder zu sehen; wir haben uns gemeinsam für einen Termin entschieden.