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Glubschi. (21/42)

28. September 2015

Freitagmorgen meldete ich mich krank und verbrachte den Tag bis zum Mittag im Bett, suchte dann meinen Hausarzt auf und fuhr zu einem Fotoladen. Dort ließ ich mir das Anschreiben und den Lebenslauf meiner Bewerbung als Foto entwickeln; die Exemplare aus dem Laserdrucker entsprachen nicht ganz meinen Vorstellungen. Zufrieden packte ich die Dokumente in meine Mappe und fuhr weiter zur Arbeit, um meine Krankmeldung abzugeben und die Anlagen für die Bewerbung zu kopieren. Leider dauerte dieser Vorgang eine Ewigkeit, der scheiß Kopierer musste alle fünf Minuten neu gestartet werden, weshalb ich die Bewerbung nicht mehr persönlich dem Adressaten überreichen konnte. Also packte ich die Mappe in einen Umschlag und brachte sie zur Hauspost, denn nächste Woche bin ich nicht da.

Auf dem Weg nach Hause hatte ich plötzlich im linken Auge Schmerzen beim Blinzeln, mir muss wohl etwas hinein geflogen sein. Zuhause spülte ich mit Kochsalz das betroffene Auge und nahm die Kontaktlinse heraus und spülte auch diese. Im Spiegel konnte ich keinen Fremdkörper erkennen, aber das stechende Gefühl ließ nicht nach. Es war mittlerweile schon 19 Uhr und in einer halben Stunde sollte Chorprobe sein. Ich konnte unmöglich mit Schmerzen singen, also entschied ich mich, noch einmal zur Arbeit zu fahren und nachschauen zu lassen. Ich ging direkt auf die Augenstation und gab mich als Mitarbeiter zu erkennen, keine fünf Minuten später wurde ich behandelt. Die Ärztin konnte keinen Fremdkörper finden, meinte aber, es sei ein winziger Riss oder Schnitt auf der Hornhaut zu sehen. Ich solle vorsichtshalber für eine Woche das Auge mit einem Antibiotikum behandeln und ansonsten mit Kochsalz spülen und feucht halten. Ich besorgte die Tropfen, nahm eine Ibuprofen ein und machte mich auf den Weg zum Chor, nun fühlte sich das Blinzeln leider an, als hätte ich Sand im Auge; zumal das Antibiotikum brannte. Im Grunde heulte ich die ganze Probe über, die Tränen waren nicht zurück zu halten. Mit dem rechten Auge sah ich scharf, dort war ja noch die Linse drin. Links jedoch sah ich nur noch Bokeh. Später beim Bierchen war ich nur noch am Kühlen, mittlerweile waren Auge und Lid angeschwollen. Als ich zu Hause noch einmal meine Augen tropfen wollte, sah ich im Spiegel, dass ich ein fettes Glubschauge entwickelt hatte.

Samstagmorgen war es besonders glubschig, wurde gegen Abend aber besser. Den Tag über konnte ich kein Licht ertragen und wandelte deshalb in einer dunklen Wohnung umher.

Heute, also Sonntag, ist das Auge noch ein wenig gerötet, aber ansonsten wieder in Ordnung. Ich kann auch wieder beide Kontaktlinsen tragen; nur noch das Lid ist geschwollen, und ich hoffe inständig, dass das bis morgen auch weg ist, denn Montag bis Freitag unterrichte ich an diversen Schulen zum Thema „Rechte und Pflichten in der Ausbildung“.

Falls ich Pech habe, werde ich als Glubschauge bekannt oder als lebendiges Beispiel für die Redewendung: „Passt ja wie die Faust aufs Auge!“

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