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Das Feigenbäumchen. (17/42)

20. September 2015

Letzte Nacht träumte ich unübersehbar die Fortsetzung eines Traumes, der schon lange zurück liegt. Im ersten Traum stand auf meinem Balkon ein Feigenbäumchen, dessen Früchte klein und noch nicht ganz reif waren. Das Bäumchen spielte keine bedeutende Rolle, war einfach nur ein bisschen Dekoration und machte es mir ganz behaglich in meiner Traumwelt. Vielleicht handelte es sich dabei aber auch um die bildliche Darstellung eines Wunsches, vielleicht wollte mir mein Unterbewusstsein sagen, dass ich mir ein Feigenbäumchen zulegen sollte. Das Wetter im Traum war sonnig und T-Shirt-tauglich. Ich war wegen irgendetwas auf den Balkon gegangen und dann wieder zurück in die Wohnung. Was danach geschah, weiß ich nicht mehr.

Jedenfalls tauchte dieses Feigenbäumchen letzte Nacht wieder auf, diesmal in der Hauptrolle. Auch hier war das Wetter wunderschön und das Bäumchen stand auf dem Balkon an exakt der gleichen Stelle wie im ersten Traum. Die Früchte waren nun reif und prall, hatten eine tief violette Farbe und waren riesengroß. Ihr Anblick ließ jeden Betrachter denken, dass sie vor Reife gleich platzen müssten, sollte man sich nicht erbarmen und sie vom Bäumchen nehmen. Nun war ich aber nicht allein, auf der Bank saß jemand, den ich im Nachhinein betrachtet gar nicht kennen konnte. Er war mir aber vertraut und sprach mit mir über die Feigen. Er merkte an, wie schön sie doch gelungen seien und bat mich um eine Kostprobe. Ich bot ihm eine Feige an und nahm mir selbst auch eine. Die sonnenwarme Haut zerbarst beim ersten Bissen und das Fruchtfleisch quoll heraus und ließ mir den Saft im Munde zusammen laufen. Die Feige hatte einen köstlichen Geschmack, sie war süß, dicklich und irgendwie doch flüssig. Sie schmeckte so außerordentlich gut, dass ich dachte, das kann nur hyperrealistisch sein. Da fiel mir ein, dass ich schon einmal von dem Bäumchen geträumt hatte. Ich erinnerte mich also im Traum an den ersten Traum, war mir aber nicht bewusst darüber, dass ich träume. Ich hielt die Situation für die Realität.

Das war ein sehr schöner Traum. Und ein sehr sinnlicher.

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