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Mitbewohnerhund.

23. Februar 2012

Der Hund meines Mitbewohners schnüffelt an meinen Beinen und steigt dann auf mein Bett und schnüffelt an meiner Decke und an meinem Seitenkissen. Er schaut mich lange mit einem herzerweichenden Hundeblick an und macht es sich rechts von mir gemütlich. Er sucht nach der besten Liegeposition, rückt näher an mich heran und legt den Kopf so, dass er mit seiner feuchten Nase meinen linken Arm berührt. Ich spüre jeden seiner sanften Atemzüge auf meiner Haut. Er sieht mich an und hebt schließlich den Kopf und leckt meine Arme und Hände ab, als wolle er damit ausdrücken, dass es wieder besser wird. Ich bewundere das Timing und frage mich, was der Hund neben mir fühlt und woher er weiß, dass ich gerade sehr traurig bin. Ich bewundere das Feingefühl und die Gründlichkeit, mit der er seine Zunge über meine Haut gleiten lässt, ganz sanft und langsam. Und gleichzeitig bestaune ich die Ruhe, die er in mir auslöst; eine sehr angenehme, friedliche Ruhe. Das ist Balsam für meine Wunden.

Nach etwa einer Minute senkt der Hund seinen Kopf und legt ihn wieder so, dass er mit seiner Nase meinen Arm berühren kann. Er sieht mich wieder lange an, und atmet dann mit einem Mal so tief und voller Friedlichkeit aus, dass ich ergriffen von dem Gefühl auf meiner Haut und in meinem Herzen erstarre.

Glück liegt manchen Lebewesen auf der Zunge, denke ich.

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