Höllentrip! (20/42)

27. September 2015

Ich war heute kellnern.

Durch Marcus, der mich damals in Kassel aufnahm und bei sich wohnen ließ, der heute mein bester Freund ist und mir in allen Lebenslagen zu helfen weiß – durch Marcus jedenfalls bin ich zu Günter gekommen, der nicht weit von Kassel eine Gaststätte hat. Etwa alle zwei Monate hat er eine kleine Feier oder ein Treffen von irgendeinem Verein bei sich und ruft mich an, ob ich für ein paar Stündchen vorbei kommen könnte. Die Termine kennt er lange im Voraus und so kann ich es eigentlich immer einrichten, ihm auszuhelfen. Gibt auch jedes Mal etwas Leckeres zu essen, sodass ich nie hungrig, sondern immer wohl genährt nach Hause gehe. Auch das Geld stimmt, ganz oft ist es sogar vielmehr als branchenüblich. Freundlich ist er auch noch! Ich kellnere sehr gerne bei ihm. (Bis auf einen Termin im Jahr, wo ein bestimmter Verein eine Versammlung abhält; diese Leute sind scheinbar von Natur aus fürchterlich und betrunken noch viel schlimmer.)

Ich sollte heute um 18 Uhr da sein, mit Bus und Bahn war aber nur 16:20 Uhr oder 18:20 Uhr möglich. Ich konnte ihm nicht Bescheid sagen, da ich ihn nachmittags nicht erreichte, also entschied ich mich dafür, die frühere Verbindung zu nehmen. Zwar war es noch nie ein Problem, wenn ich später dort ankam, aber es hätte heute ja vielleicht eines sein können. „Wenn nicht“, dachte ich mir, „arbeite ich bisschen an meinem Computer“, den ich deswegen mitnahm.

Nun verpasste ich aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Umständen die Bahn und dadurch auch den Bus. Weil ich zu faul war, noch einmal nach Hause zu laufen, fuhr ich mit der nächsten Bahn in die Stadt und setzte mich in ein Café. Zwischenzeitlich konnte ich Günter erreichen, es war kein Problem mit dem später Kommen.

Im Café bestellte ich mir einen „Doppelten Espresso Macchiato“, das hörte sich interessant an, zumal ich ein bisschen müde war. Vermutlich aufgrund eines Missverständnisses machte mir die Bedienung das bestellte Produkt in doppelt so groß, was ihr erst am Tisch auffiel. „Macht doch nichts“, dachte ich und sie ließ mir die doppelte Portion zum Preis von einer da.

Zehn Minuten vor Abfahrt des Busses zahlte ich und verließ das Café. Gleich zu Anfang der halbstündigen Fahrt wurde ich ganz hibbelig, geradezu hyperaktiv. Ich bekam eine übertriebe Körperspannung, war im Kopf ganz aufgeregt und konnte nicht mehr still sitzen, musste meine Zehen im Schuh bewegen, mit den Beinen wippen und mit meinen Fingern zur Musik trommeln. Mein Körper fing an seltsam zu zucken, als hätte ich einen Tick; nee gleich mehrere Ticks auf einmal. Ich wollte einfach nur noch ankommen und aus dem Bus steigen, mich BEWEGEN, Hauptsache nicht mehr sitzen müssen! Und genau bei dem Gedanken wurde mir bewusst, woher die wilde Unruhe kam: Ich hatte einen üblen Koffeinschock!

Noch nie war mir so etwas passiert! Das Kaffeezeugs schmeckte stark, aber ganz normal stark und nicht so, als könnte man nach der Einnahme Bäume ausreißen! Ich hatte noch nicht mal das Gefühl bisher, dass Kaffee mich wirklich wach macht.

Beim Günter dann trank ich gleich einen halben Liter Wasser, um das Koffein im Blute zu verdünnen. (Haha, so ein Quatsch!) Es dauerte etwa eine Stunde, bis ich wieder einen halbwegs normalen Muskeltonus und keinen mittleren epileptischen Anfall hatte; zumindest stelle ich mir das so vor. In der Zeit konnte ich nur eine Sache auf einmal tragen, mit beiden Händen am Glas oder Teller; viel zu groß die Angst, etwas ruckzuck fallen zu lassen.

Zusammenfassend kann ich sagen: Nie wieder!

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Eine Antwort to “Höllentrip! (20/42)”

  1. blogbellbell Says:

    :D Wahnsinn! Kaum zu glauben, sowas habe ich auch noch nicht erlebt. Obwohl mir meist zum wach bleiben schon Cola reicht ^^


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