Dinge tun.

2. Januar 2013

Ich verbringe wesentlich mehr Zeit damit, mir Dinge auszumalen, als dass ich mich dafür entscheiden würde, sie zu tun. So verhält es sich mit dem Lesen und Schreiben, mit Hobbys und Freunden. Mir ist vor einiger Zeit aufgefallen, dass ich mich mit der Vorstellung einer Handlung zufrieden gebe, zumindest für kurze Zeit; danach stellt sich erwartungsgemäß ein Gefühl der Unzufriedenheit ein.

Folglich muss es wohl an diesem Verhalten liegen, dass ich mich seit beinahe einem Jahr „dumpf“ fühle; vergleichbar mit dem Gefühl, trotz Sehschwäche keine Brille oder Kontaktlinsen zu tragen. Im Nachhinein frustriert mich dieses Verhalten immer, nur leider merke ich noch nicht, welch dumpfer Prozess in meinem Köpfchen abläuft, während ich mich gegen eine Aktivität entscheide, die mir gut tun oder die ich gerne tun würde. Ein gutes Buch lesen, in Ruhe einen Text schreiben, etwas mit Freunden unternehmen – eigentlich spricht nichts dagegen. Es ist auch nicht so, dass ich still stehen und mein hart erkämpftes Leben nicht genießen könnte; mir fehlt es sicher nicht an Antrieb oder Kraft. Vielleicht sind es auch die Sorgen, die ich hatte und habe – Geldmangel, Zukunftsängste, Liebeskummer –, die mir das Gefühl geben, ein dumpfes Kerlchen zu sein. Ich möchte so nicht sein, ich will das ändern. Ein guter Freund gab mir den Rat, mir darüber nicht so sehr den Kopf zu zerbrechen. Wenn mir danach sei, dann würde ich schon ein Buch lesen, mich an das Programmieren heran trauen, Freunde treffen.

Seit geraumer Zeit habe ich den Wunsch, eine kleine Nachttischlampe zu bauen. Der Wunsch kocht immer mal wieder auf und verschwindet dann, weil ich ihn mir aus diversen Gründen (sprich: Ausreden) nicht erfülle. Gustav zum Beispiel hat letzten Sommer einen Tisch gebaut, als er bei seinen Großeltern war. Mittels Photo Stream konnte ich die Entstehung des Tisches mitverfolgen, und ich bewundere heute noch die Zielstrebigkeit, mit der er sich von der Idee über tausend Skizzen bis zum fertigen Produkt durchgehangelt hat. Das habe ich mir als Vorbild genommen und der offenen Werkstatt in meiner Stadt eine Mail geschrieben, ob es denn möglich sei, dass ich dort an einem Projekt arbeiten könnte.

Mal sehen, was daraus wird. Es wäre schön, wenn ich es schaffen könnte, mir einen kleinen Wunsch zu erfüllen. Die Erfüllung der großen Wünsche sehe ich noch nicht kommen, und ein bisschen Zufriedenheit und Durchhaltevermögen würde mir ganz gut tun. Es liegt allein in meiner Hand, ob ich mich mit der Situation zufrieden gebe oder nicht, und ebenso kann nur ich etwas daran ändern.

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10 Antworten to “Dinge tun.”

  1. stichflamme Says:

    Geht mir ähnlich. Was mir momentan etwas hilft: Konsequenzen bewusst machen, wenn man es nicht tut: also die Unzufriedenheit. Bzw. das erleichterte Gefühl, zB wenn man etwas organisieren sollte. Getan ist getan.
    http://www.amazon.de/Schluss-mit-Prokrastinieren-Aufschieben-aufzuh%C3%B6ren/dp/3456850816 hat mir auch geholfen. Es ist immer noch nicht gut, aber es wird besser.

  2. calceola Says:

    Gute Entscheidung. Einfach machen oder wie nike so schön sagte just Do it.


  3. Warte nicht auf die Antwort der Stadt. Mach Dich an die Pläne für die Lampe. Der erste Schritt ist zwar leicht, aber trotzdem oft der schwerste.
    Viel Glück im neuen Jahr!

  4. luckystrikes Says:

    Ich denke das kommt daher, daß du so lange Zeit deines jungen Lebens darauf angewiesen warst, dir ein Leben zu erträumen, und es nicht so einfach war, wirklich das zu tun was du wolltest. Vielleicht entwickelt sich da der Umsetzungsdrang nicht so richtig, ich denke bei mir war das jedenfalls so. Da kann man nur den guten alten Frank’nFurter hinzuziehen: Don’t dream it be (or do) it!

    • Heartcore Says:

      Interessanter Gedanke, das könnte wirklich sein. Solange das irgendwann in Ordnung kommt, stört es nicht sonderlich, aber von nix kommt nix, wa‘?

    • luckystrikes Says:

      Oh, ich kämpfe immer noch dagegen – nicht immer, aber oft. Man sollte das früh aus dem System kriegen – also üben üben üben ;-)

  5. arboretum Says:

    Existenzsorgen und Liebeskummer können sehr lähmend wirken, daher kann ich das gut verstehen. Dennoch kann aus Ihnen nie wirklich ein „dumpfes Kerlchen“ werden.
    Ich wünsche Ihnen, dass 2013 freundlich zu Ihnen ist und Freude, Geld und vor allem auch etwas fürs Herz bereithält.

    • Heartcore Says:

      Ist nur so ein Gefühl, das ich habe. Hoffe, dass es nicht so sehr nach außen dringt. Und Dankeschön! Wünsche ich Ihnen genauso. :)


  6. […] Dinge tun. […]


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