Der freie Fall.

29. Juni 2011

Seit Wochen schon träume ich, dass ich falle. Irgendwo hinein, irgendwo herab. Mal ist es ein dunkler Brunnen ohne Grund, mal eine Brücke über dem Meer. Manchmal stürze ich aus den Wolken, sehe Nebel unter mir und die Lichter einer Stadt; manchmal falle ich einfach nur vom Bahnsteig auf das Gleis. Doch zu Boden komme ich nie. Ich erreiche nie den Grund des Brunnens, schlage nie auf dem dunklen Meer oder den rostigen Schienen auf. Lande nie auf der Baumkrone einer alten Eiche. Ich schwebe einfach nur in der Luft, als wäre ich dort gefangen.

Ich kann mir diese Träume kaum merken, und am wenigsten kann ich sie mir erklären. Ich weiß nur, dass ich sie ab dem Nullpunkt nicht mehr hatte, und dass sie erst dann wieder zu mir fanden, als ich im Hause meiner Eltern schlief.

Ich würde gerne wieder etwas träumen, das mir keinen bitteren Nachgeschmack und eine Hand voll Grübelstoff hinterlässt. Etwas Schönes, das mich lächeln lässt, das mir Mut macht, mich stärkt.

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8 Antworten to “Der freie Fall.”

  1. engl Says:

    Jeder, der fällt, hat Flügel. (Bachmann)

    oder anders: im fallen sich rechtzeitig daran erinnern. und du wirst nie wieder etwas anderes träumen wollen.


  2. dass du nicht aufschlägst, ist ein gutes zeichen! in deinem leben verändern sich die dinge, schlagartig, plötzlich, vieles auf einmal. natürlich gibt es da angst in deinem unterbewusstsein, die dir das gefühl gibt, zu fallen. aber zu fallen und nicht aufzuschlagen ist gut. vielleicht kannst du irgendwann sogar fliegen in deinen träumen. versuchs mal. ;o)

    • Heartcore Says:

      In meinen Träumen spiegeln sich zur Zeit meine größten Ängste wieder: dass ich noch länger zu Hause wohnen muss, dass ich doch nicht dieses Jahr frei sein und leben kann, wie ich es will… Da hilft nur, es auszubaden und sich darum zu kümmern, dass die Sorgen nicht aus den Träumen in die Wirklichkeit überschwappen.

  3. honigsaum Says:

    Du wirst dein altes Leben hinter dir lassen und dir ein eigenes aufbauen. Obwohl dich deine Eltern als Geisel halten, wirst du wahrscheinlich traurig sein, sie zu verlieren. Wenn es für dich zu schwierig wird, hol dir Hilfe.

    • Heartcore Says:

      Natürlich wird es „zu schwierig“ werden, aber letztendlich wird es mir möglich sein, mich frei zu strampeln. Schließlich WILL ich leben. Und das muss ich mir verdienen, indem ich Kraft, Zeit und Grips anwende.

  4. Gloria Says:

    Ich sehe den Traum auch positiv…….Du fällst aus Deinem alten in ein (noch unbekanntes) neues Leben. Und weil da noch viele Fragezeichen sind und es noch nicht wirklich „fassbar“ ist, schlägst Du nicht auf.
    „In der Luft schweben“ trifft es sehr gut…..und wenn man schwebt, ist man NICHT gefangen, sondern man fliegt und ist frei. Siehe es mal von dieser positiven Seite.

    Ich hatte eine Zeitlang einen ähnlichen Traum, in dem ich immer irgendwo war und den Heimweg nicht fand….entweder saß ich im falschen Zug, oder ich war in einer mir fremden Stadt und fand kein Taxi oder wurde sogar von Passanten, die ich nach dem richtigen Weg fragte, in die Irre geschickt. Und bei mir ist es in der Tat so, dass ich schon immer nicht weiß, wo ich eigentlich zu Hause bin, ich kenne so etwas wie „Heimat“ gar nicht.

    Träume spiegeln sehr sehr gut unser Unterbewußtsein….


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