Obhut.

15. März 2011

Von dir geträumt; wahrscheinlich der schönste Traum von allen bisherigen. Wir befanden uns in einem Haus mit hundert Räumen, Türen und Treppen, welches eine Art Geheimnis war. Im Kern des Hauses — ein altes, aber solides Gebäude —, dort standest du, hast mich erwartet. Und ich wusste, dass du auf mich wartest, also habe ich alle Türen geöffnet, alle Schlösser geknackt und alle Register gezogen, um bei dir zu sein, um dich zu sehen.  Die letzte Tür stand offen, und du standest dort in diesem Raum, ich sah dein Gesicht im matten Licht, sah deine Augen lachen. Du hast mir deine Hand ausgestreckt und ich hab‘ kurz gezögert. In dem Moment ist die Zeit eingefroren, aber du hast noch gelebt. Du warst in meiner Zeitebene, wir waren die einzigen Lebewesen in dieser Zeit und alle Sorgen waren vergessen. Alle Bedenken und Ängste lagen nun hinter uns und ich nahm deine Hand in meine Hände. Was dann passierte, ist, dass wir uns wie Magneten anzogen, Plus und Minus, zack. Ein sanftes, ein weiches Zack. Wir waren federleicht, und das Licht trug uns auf ein weiches Bett, weiß, unschuldig und wahr. Und darauf hast du mich gehalten; fest und immer fester, so fest, wie ich es mir niemals vorgestellt hatte. Es war angenehmer als in meiner Vorstellung, du warst warm und die Kälte in mir ist immer weniger geworden, bis sie fort und uns fern war. So lagen wir da, ineinander verschlungen, Hand in Hand, Auge um Auge und Haut an Haut. Und wie du einmal gesagt hast: wir haben beide sehr viel gespürt.

Es war Zeit zu gehen, die Welt draußen stand schon zu lange still, sie würde gleich über uns hereinbrechen, bliebe ich noch ein paar Minuten länger. Es war schwierig und schmerzhaft, voneinander loszulassen, aber nicht unmöglich. Das Bett war noch immer weiß und unschuldig, das Licht noch immer matt. Wir hatten noch kein Wort gesprochen und du sagtest, zum Abschied: „Worte braucht es nicht.“

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