Schritt für Schritt.

9. Februar 2011

Ich mache mir nichts vor, hoffe ich. Ich weiß, dass es besser werden wird, denn es wird immer besser. Aber jetzt im Moment — besser gesagt: in den letzten Jahren meines Lebens — stecke ich in einem Tunnel fest, in dem ich kein Ende erkenne. Ich habe Angst, von einem Zug erfasst zu werden, bevor ich je das Tageslicht, „das Gute“ der Welt da draußen erblickt habe. Ich sehe nur Geröll, die Wächter des Todes, und graue Wände und schwarzen Ruß. Oft fühle ich mich einfach kraftlos und kann nicht mehr weiterlaufen. Doch ich weiß, dass ich in Bewegung bleiben muss, wenn ich überleben will. Ich versuche mich weiter zu entwickeln, ich lese viel und schreibe Einiges auf, um in meinem Kopf Ordnung zu schaffen. Ich möchte nicht stehen bleiben, denn ich weiß, wie es sich anfühlt, stillzustehen, zu erlahmen und dann zu erfrieren. Immer wieder passiert mir das und ich lerne daraus immer wieder das Gleiche: nicht aufgeben, weiter gehen, weiter leben, weiter atmen. Doch manchmal bringt mir das Bewusstsein darüber einfach nichts und ich kann nicht mehr, muss mich ausruhen und werde dabei verletzlich. Ich lege mich quasi auf die Schienen und lausche dem Zug, der sich mir nähert. Und es schmerzt mich, dass ich in diesem Tunnel stecke, dass ich mich oft nicht mehr beherrschen kann, daran leide und schreie, bis ich heiser werde. Diese Schreie bleiben hilflos, denke ich manchmal. Doch dann treffe ich auf Menschen wie dich, die mir aufhelfen und mich stützen, mich so lange tragen, bis ich wieder selbst gehen kann. Es ist wahr, wenn ich sage, dass du zu meinen Schutzengeln gehörst. Ihr seid immer für mich da und das zu wissen gibt mir Kraft. Ich weiß aber auch, dass mir keiner meiner Schutzengel den Weg nach draußen zeigen kann. Nur ich allein kann heraus finden aus diesem Elend, indem ich Schritt für Schritt voran schreite.

Ich werde nicht aufgeben, das verspreche ich dir. Ich könnte meine Schutzengel nicht enttäuschen und ich könnte vor allem mich selbst nicht enttäuschen. Ich werde so schnell es geht voran gehen und versuchen, dem Licht am Ende des Tunnels entgegen zu rennen. Ich möchte nicht als Schattenwesen verenden, ohne je gelebt zu haben.

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4 Antworten to “Schritt für Schritt.”

  1. k-note Says:

    Nimm die Hand und halt dich fest. Ich reich sie dir bis du allein weitergehen kannst.

  2. sarah Says:

    du solltest schreiben. wirklich, richtig schreiben. du gehst schön mit der sprache um. und dabei bist du nur ehrlich.
    wenn man denkt, in gedanken weint, schreibt man am besten, finde ich.
    nach dem regen kommt immer der sonnenschein. vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht morgen oder übermorgen; aber er kommt auf jeden fall.

    • Heartcore Says:

      Das Schreiben bereitet mir viel Freude, jedoch ist es gleichzeitig eine Strafe für mich. Ich schreibe, weil ich schreiben muss, um mit mir im Klaren sein zu können. Ich muss meine Gedanken verschriftlichen, sonst führen diese in den düsteren Gassen meiner Seele ein Leben als verlottertes Gemüse, von welchem ich mich nicht ernähren kann. Das Schreiben hier und auf Twitter macht mir Spaß. Das Schreiben als Geldeinnahmequelle kann ich mir jedoch noch nicht wirklich vorstellen. Ich denke, dass es besser für mich ist, das Schreiben vorerst als „Hobby“ zu behalten und ein „Handwerk“ zu erlernen, welches mir aus finanzieller Sicht mehr einbringt, als es das Schreiben (anfangs) je könnte.

    • Heartcore Says:

      (Krass, wie oft ich „das Schreiben“ geschrieben habe.)


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